„Ich hab Google Ads probiert, das hat nichts gebracht.” Diesen Satz höre ich oft – und fast immer stimmt er nicht. Nicht Google Ads haben nicht funktioniert. Das Setup dahinter hat nicht funktioniert.
Google Ads für Immobilienmakler sind eines der wenigen Werkzeuge, mit denen du praktisch ab morgen Eigentümeranfragen erzeugen kannst. Sie sind aber auch eines der teuersten, wenn man sie falsch aufsetzt. Der Unterschied zwischen „lohnt sich richtig” und „verbrennt Geld” liegt nicht im Budget, sondern in drei Entscheidungen.
Lohnen sich Google Ads für Immobilienmakler überhaupt?
Ja – aber nur unter drei Bedingungen: Du zielst auf Verkäufer, nicht auf Käufer. Du schickst den Klick auf eine eigene Bewertungs-Landingpage, nicht auf die Startseite. Und du rufst jede Anfrage schnell zurück. Fehlt eine davon, kippt die Rechnung ins Minus.
Der Grund, warum Ads bei Maklern so gut funktionieren können: Google Ads greifen bestehende Nachfrage ab. Wer „Haus verkaufen in [Stadt]” oder „Immobilienbewertung” tippt, hat bereits eine Absicht. Du musst niemanden überzeugen, dass er verkaufen sollte – du musst nur derjenige sein, den er findet und anruft. Diese Klicks sind teurer als andere, aber sie sind heiß.
Käufer oder Verkäufer – worauf zielen deine Anzeigen?
Diese eine Entscheidung trennt profitable Kampagnen von teuren. Käuferleads sind im Überfluss da, Verkäuferleads sind das Geld. Trotzdem schalten die meisten Makler unbewusst auf Käufer-Begriffe, weil die so schön günstig sind.
Die Zahlen zeigen die Falle. 2025 kostete ein Klick auf ein Verkäufer-Keyword wie „Immobilienbewertung” rund 8 bis 12 Euro, während Käufer-Suchen wie „Eigentumswohnung kaufen” oft unter einem Euro lagen. Der günstige Klick fühlt sich gut an – bringt aber jemanden, der eine Wohnung sucht, nicht jemanden, der dir einen Alleinauftrag gibt. Du zahlst wenig und bekommst nichts Verwertbares.
Ein Makler, mit dem ich gearbeitet habe, hatte monatelang auf breite Begriffe wie „Immobilien [Stadt]” geboten. Viele Klicks, niedrige Kosten, kaum Eigentümeranfragen. Wir haben die Kampagne komplett auf Verkäufer-Suchen umgestellt – „Immobilienbewertung”, „Haus verkaufen [Stadt]” – mit eigener Anzeige und eigener Seite. Weniger Klicks, höhere Klickpreise, aber zum ersten Mal echte Eigentümer am Telefon.
Was kostet ein Lead über Google Ads wirklich?
Verwechsle nie den Klickpreis mit den Kosten pro Lead. Die Kosten pro Lead sind der Betrag, den eine qualifizierte Eigentümeranfrage im Schnitt kostet – nicht der Preis für einen einzelnen Klick. Nicht jeder Klick wird zur Anfrage, entscheidend ist also, was am Ende die Anfrage kostet. In der Praxis liegt dieser Wert bei sauberem Setup je nach Region und Wettbewerb oft zwischen 25 und 80 Euro. Das ist meist deutlich günstiger als ein zugekaufter Portal-Lead, den sich obendrein drei andere Makler teilen.
Aber auch diese Zahl ist nur die halbe Wahrheit. Die richtige Frage lautet nicht „Was kostet ein Lead?”, sondern „Was darf mich ein Lead kosten, damit ein Alleinauftrag profitabel bleibt?”. Wenn du weißt, wie viele Leads du zu einem Termin und wie viele Termine du zu einem Auftrag machst, und was ein Auftrag im Schnitt wert ist, kannst du ausrechnen, welcher Lead-Preis für dich noch grün ist. Erst dann ist Werbung eine Investition statt eines Glücksspiels.
Ein grobes Rechenbeispiel macht das greifbar. Angenommen, ein Alleinauftrag bringt im Schnitt mehrere Tausend Euro Provision, und aus zehn qualifizierten Eigentümer-Leads wird ein Auftrag. Dann dürfen diese zehn Leads zusammen einen ordentlichen dreistelligen Betrag kosten – und die Kampagne ist trotzdem klar profitabel. Plötzlich wirkt ein Lead für 60 Euro nicht teuer, sondern günstig. Ohne diese Rechnung dagegen erscheint jeder ausgegebene Euro wie zu viel.
Wie diese Quoten zusammenhängen, vertieft der Überblick zum Online-Marketing für Immobilienmakler.
Warum entscheidet die Landingpage über Gewinn oder Verlust?
Weil der teuerste Fehler ist, gut bezahlte Klicks auf die Startseite zu schicken. Die Startseite will alles gleichzeitig – Objekte, Über-uns, Kontakt – und führt zu nichts. Ein Eigentümer, der auf „Immobilienbewertung” geklickt hat, will genau eine Sache: seine Immobilie bewerten lassen.
Jede Kampagne braucht deshalb ihre eigene Landingpage, die exakt das verspricht, wonach gesucht wurde, und nur diesen einen nächsten Schritt anbietet. Kein Menü, keine Ablenkung, ein klares Formular. Genau hier verschenken die meisten ihr Budget: Die Anzeige ist gut, die Seite dahinter ist eine Sackgasse. Was eine konvertierende Seite ausmacht, steht im Detail im Artikel zur Makler-Website.
Wann lohnen sich Ads – und wann nicht?
Es gibt einen klaren Faktor, der oft übersehen wird: den Wettbewerb in deiner Region. In Städten unter rund 200.000 Einwohnern sind Google Ads für Makler häufig schon mit moderatem Budget profitabel, weil weniger Mitbewerber auf dieselben Keywords bieten. In großen Metropolen ist der Wettbewerb härter, die Klickpreise höher, und du brauchst mehrere Optimierungsrunden, bis die Kampagne sauber rechnet.
Ein Makler aus einer Stadt mit knapp 60.000 Einwohnern zahlte für „Immobilienbewertung” nur einen Bruchteil dessen, was ein Kollege in einer Großstadt aufrufen musste – schlicht, weil kaum jemand sonst auf das Keyword bot. Dieselbe Anzeige, dieselbe Landingpage, völlig andere Rechnung. Wer in einer kleineren Stadt sitzt, unterschätzt diesen Heimvorteil oft.
Und es gibt eine Bedingung, ohne die sich Ads nie lohnen: ein funktionierender Nachfass. Wenn die Anfrage reinkommt und erst drei Tage später jemand zurückruft, hast du für einen Lead bezahlt, den längst ein anderer hat. Ads beschleunigen nur, was hinten dran sauber läuft. Ist der Prozess kaputt, beschleunigen sie deinen Verlust.
Wie sieht ein Setup aus, das nicht Geld verbrennt?
Du brauchst kein Agentur-Budget, um sauber zu starten – aber du brauchst die richtige Struktur. Die Grundpfeiler:
- Getrennte Kampagnen für Verkäufer und Käufer, mit eigenen Keywords, Anzeigen und Seiten.
- Geotargeting auf dein tatsächliches Einzugsgebiet, nicht ganz Deutschland.
- Eigene Bewertungs-Landingpage pro Kampagne, mit genau einem Ziel.
- Ziel-Kosten pro Lead als Steuerungsgröße, damit Google auf Ergebnisse statt auf Klicks optimiert.
- Schneller Nachfass mit fester Regel: jede Anfrage am selben Tag anrufen.
Starte mit etwa 20 bis 30 Euro pro Tag, sammle zwei bis drei Wochen Daten, und skaliere erst, wenn die Zahlen stimmen. Wer mit zu kleinem Budget testet, bekommt keine belastbaren Erkenntnisse, nur Rauschen.
Welche Anzeigen bringen Eigentümer zum Klicken?
Die beste Kampagne nützt nichts, wenn die Anzeige nach Schema F klingt. Eigentümer klicken auf Anzeigen, die ihre konkrete Situation spiegeln, nicht auf „Ihr Immobilienmakler des Vertrauens”. Greif den Suchbegriff in der Überschrift wörtlich auf: Wer „Immobilienbewertung [Stadt]” sucht und genau das in der Anzeige liest, fühlt sich richtig abgeholt. Nenn Region, Versprechen und den nächsten Schritt in einem Satz – „Was ist Ihr Haus in [Stadt] wert? Kostenlose Bewertung, Rückruf am selben Tag.” Das schlägt jede Allgemeinfloskel.
Und sei konkret: ein klarer Nutzen, eine Zahl, eine lokale Referenz. Vage Anzeigen ziehen vage Klicks, und für die zahlst du genauso viel wie für gute. Präzise Anzeigen ziehen Eigentümer mit Absicht – und genau die willst du kaufen.
Google Ads oder Meta Ads für Makler?
Beide gehören ins Werkzeug, lösen aber unterschiedliche Aufgaben. Google Ads greifen bestehende Nachfrage ab – der Eigentümer sucht bereits. Meta Ads erzeugen Nachfrage, indem sie Eigentümer ansprechen, die noch gar nicht aktiv suchen, aber latent über einen Verkauf nachdenken. Für den schnellsten Einstieg in die Eigentümer-Akquise sind Google Ads meist der direktere Weg, weil die Kaufabsicht schon da ist. Wie du beide Kanäle in einen sauberen Funnel einbaust, behandelt der Leitfaden zur Leadgenerierung für Immobilienmakler.
Google Ads sind kein Geldautomat und kein Fass ohne Boden. Sie sind ein Verstärker. Steht der Prozess dahinter, machen sie aus Budget planbare Eigentümeranfragen. Steht er nicht, machen sie aus Budget eine teure Lektion. Wenn du deine Kampagnen vom Ausprobieren zum System bringen willst, schauen wir uns bei Maklerstube genau diesen Übergang gemeinsam an – im Erstgespräch gehen wir deine Zahlen und dein Kampagnen-Setup einmal konkret durch.