Einen Marktbericht als Immobilienmakler zu erstellen heißt, drei Dinge zusammenzubringen: amtliche Kaufpreisdaten, deine eigenen Vermarktungszahlen und eine klare Einordnung für Eigentümer. Ein lokaler Marktbericht ist eine regelmäßige Auswertung von Preisen, Angebot und Nachfrage für dein Gebiet, geschrieben für Menschen, die über einen Verkauf nachdenken. Der wichtigste Unterschied zu jedem Preisatlas im Netz: Immobilienportale zeigen Angebotspreise aus Inseraten, der Gutachterausschuss zeigt tatsächlich bezahlte Kaufpreise. Bundesweit stiegen die Preise für Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026 laut Statistischem Bundesamt um 0,6 % zum Vorjahresquartal. In deinem Gebiet kann das ganz anders aussehen – genau deshalb ist der lokale Bericht wertvoll.
Was gehört in einen lokalen Marktbericht für Eigentümer?
Alles, was ein Eigentümer vor einer Verkaufsentscheidung wissen will, und nichts, was nur Käufer interessiert. Seine Fragen lauten: Ist jetzt ein guter Zeitpunkt? Wie lange dauert ein Verkauf gerade? Und was ist meine Immobilie wert? Dein Bericht beantwortet die ersten beiden Fragen mit Daten und führt zur dritten hin, denn die beantwortest du in der Bewertung.
Damit unterscheidet er sich vom bundesweiten Überblick. Was die großen Zahlen für den Markt bedeuten, steht im Artikel zum Immobilienmarkt 2026. Dein Bericht übersetzt diese Lage auf deine Stadtteile. Warum Marktberichte zu den Inhalten gehören, über die Eigentümer dich finden, zeigt der Beitrag zum Content-Marketing für Makler.
Wie ist ein Marktbericht aufgebaut? Die Vorlage in sechs Blöcken
Eine feste Reihenfolge spart dir jedes Quartal die Planung und macht die Berichte vergleichbar. Diese sechs Blöcke tragen fast jeden lokalen Marktbericht:
| Block | Inhalt | Quelle |
|---|---|---|
| 1. Kernaussage | Drei Sätze: Wie hat sich der Markt bewegt? | deine Einordnung |
| 2. Kaufpreise | Preise je Objektart, Veränderung zum Vorjahr | Gutachterausschuss, GREIX |
| 3. Bodenrichtwerte | Lagewerte deiner Stadtteile | BORIS-D |
| 4. Angebot & Nachfrage | Inserate, Anfragen, Vermarktungsdauer | Portale, eigenes CRM |
| 5. Finanzierung | Zinsumfeld, Folgen für Käufer | Bundesbank-Zinsstatistik |
| 6. Einordnung für Verkäufer | Was heißt das für einen Verkauf jetzt? | deine Erfahrung |
Die Kernaussage steht oben, weil sie auch dann ankommt, wenn jemand nur den Anfang liest. Block 6 ist der wichtigste: Er macht aus Zahlen eine Empfehlung, und er endet mit dem Hinweis auf deine Immobilienbewertung. Halte jeden Block kurz. Zwei bis vier Seiten oder ein Artikel mit gut 800 Wörtern reichen.
So kann Block 6 als Muster aussehen, die Platzhalter füllst du mit deinen Zahlen: „Im [Stadtteil] wurden im [Quartal] [Anzahl] Häuser verkauft, im Schnitt nach [Wochen] Wochen Vermarktung. Am stärksten gefragt waren Objekte bis [Preis]; Häuser mit [Merkmal] brauchten [Wochen] Wochen länger. Wer in den nächsten Monaten verkaufen will, sollte jetzt Unterlagen und Energieausweis vorbereiten.“ Drei Sätze, die einem Eigentümer mehr sagen als jede Preiskarte, weil sie seinen Stadtteil und seine Entscheidung betreffen.
Woher bekommst du als Immobilienmakler verlässliche Daten?
Aus amtlichen Quellen für die Kaufpreise und aus deinem eigenen CRM für alles, was zwischen Inserat und Notartermin passiert.
| Quelle | Was sie zeigt | Rhythmus | Kosten |
|---|---|---|---|
| Grundstücksmarktbericht | Kaufpreise, Vergleichsfaktoren | jährlich | oft Gebühr |
| BORIS-D | Bodenrichtwerte | mind. alle 2 Jahre | kostenlos |
| GREIX | Kaufpreisindex, rund 25 Städte | quartalsweise | kostenlos |
| Häuserpreisindex | Preise bundesweit | quartalsweise | kostenlos |
| Immobilienportale | Angebotspreise | laufend | meist kostenlos |
| Dein CRM | Anfragen, Vermarktungsdauer | laufend | eigene Daten |
Der örtliche Gutachterausschuss wertet alle notariell beurkundeten Kaufverträge seines Gebiets aus und veröffentlicht die Ergebnisse einmal im Jahr im Grundstücksmarktbericht. Viele Ausschüsse verlangen dafür eine Gebühr, manche stellen ihn kostenlos als PDF bereit. Die Bodenrichtwerte findest du kostenlos und bundesweit im Portal BORIS-D. Laut § 196 BauGB werden sie mindestens alle zwei Jahre neu ermittelt; achte deshalb auf den Stichtag. Werte für einzelne Objekte liefert BORIS-D nicht.
Für unterjährige Entwicklungen ist der GREIX die beste freie Quelle. Das Kiel Institut für Weltwirtschaft und die Gutachterausschüsse berechnen ihn quartalsweise aus denselben notariellen Kaufpreisen. Liegt dein Gebiet nicht unter den erfassten Städten, nimmst du die nächstgelegene Stadt als Orientierung und kennzeichnest das.
Portaldaten taugen für die Angebotsseite: Wie viele Objekte sind inseriert, zu welchen Preisvorstellungen? Was am Ende bezahlt wurde, zeigen sie nicht. Welche Portale du ohnehin für die Vermarktung nutzt, vergleicht der Beitrag zu den Immobilienportalen.
Wie wird dein Bericht besser als jeder Preisatlas?
Durch die Zahlen, die nur du hast. Aus deinem CRM kannst du ablesen, wie viele Anfragen ein Inserat im Schnitt bekommt, wie lange die Vermarktung bis zum Notartermin dauert und wie weit der Verkaufspreis vom Angebotspreis abweicht. Kein Portal und kein Amt kennt diese Werte für deine Stadtteile. Sie machen deinen Bericht unverwechselbar und zeigen Eigentümern, dass du den Markt aus eigener Arbeit kennst.
Schreib dazu, worauf eine Aussage beruht, etwa „Basis: 9 Verkäufe im Quartal“. Bei kleinen Zahlen schwanken Durchschnitte stark, und genau diese Ehrlichkeit macht dich glaubwürdig. Den Textentwurf kann dir eine KI aus deinen Stichpunkten vorschreiben; die Zahlen trägst du selbst ein und prüfst sie. Welche weiteren Aufgaben sich so beschleunigen lassen, zeigen die KI-Anwendungsfälle im Maklerbüro.
Wie oft solltest du einen Marktbericht veröffentlichen?
Bewährt hat sich ein ausführlicher Bericht pro Quartal, weil GREIX und der Häuserpreisindex in diesem Rhythmus neue Werte liefern. Dazwischen reicht ein kurzes monatliches Update an deinen Kontaktpool mit einer Kennzahl und einem Satz Einordnung. So bleibst du präsent, ohne jeden Monat alles neu zu recherchieren.
Der Ablauf pro Quartal:
- Daten sammeln: neue Werte von GREIX und Statistischem Bundesamt, Auswertung aus dem CRM, Bodenrichtwerte nur bei neuem Stichtag.
- Kernaussage formulieren: drei Sätze, bevor du irgendetwas anderes schreibst.
- Blöcke 2 bis 6 füllen: immer in derselben Reihenfolge und mit denselben Kennzahlen, damit Leser vergleichen können.
- Quellen und Stand prüfen: unter jede Zahl die Quelle mit Datum.
- Veröffentlichen und verteilen: Website, Newsletter, Social Media und als Ausdruck für Akquise-Termine.
Wie bringt der Marktbericht dir Eigentümer-Anfragen?
Über die Verteilung und über den letzten Satz. Veröffentliche den Bericht als Artikel auf deiner eigenen Website, mit dem Ort im Titel, etwa „Immobilienmarkt [Stadt] im 3. Quartal“ – Eigentümer suchen nach ihrem Ort, nicht nach dem Wort „Marktbericht“. Wie du lokal gefunden wirst, zeigt der Leitfaden zum SEO für Immobilienmakler.
Dieselbe Fassung geht an deinen Kontaktpool und liegt als Ausdruck im Bewertungstermin auf dem Tisch. Jede Version endet mit einem ruhigen nächsten Schritt: „Du willst wissen, was deine Immobilie in diesem Markt wert ist?“ und einem Link zur Bewertung. Wie aus dieser Bewertung ein Gespräch wird, steht im Beitrag zum Eigentümer-Funnel mit Immobilienbewertung.
Was musst du rechtlich beachten?
Ein Marktbericht ist Werbung für dein Büro, deshalb gelten die üblichen Regeln. Ich kann sie hier nur allgemein einordnen:
- Nenne zu jeder Zahl Quelle und Stand, und prüfe die Nutzungsbedingungen, bevor du Grafiken oder Tabellen übernimmst.
- Mach keine einzelnen Verkäufer oder Objekte erkennbar, solange sie nicht zugestimmt haben.
- Für den Versand per E-Mail brauchst du die Einwilligung der Empfänger.
- Kennzeichne Prognosen als deine Einschätzung, nicht als Tatsache.
Lass Vorlage und Versandprozess einmal fachkundig prüfen, bevor du regelmäßig verschickst.
Wann lohnt sich ein eigener Marktbericht nicht?
Wenn in deinem Gebiet zu wenige Verkäufe stattfinden, um belastbare Aussagen zu machen, und du sie auch nicht sinnvoll mit Nachbarorten zusammenfassen kannst. Wenn dir der Verteilweg fehlt: Ohne Kontaktpool und ohne Besucher auf deiner Website liest ihn niemand, dann kommt zuerst die Grundlage. Und wenn du den Rhythmus nicht halten kannst: Ein Bericht mit dem Stand vom Vorjahr auf deiner Startseite wirkt schlechter als gar keiner.
Wie der Marktbericht in deine gesamte Marktbeobachtung passt, zeigt der Überblick Markt & Trends für Makler. Und wenn du ihn als festen Baustein in dein Marketing einbauen willst, besprechen wir das gern im Erstgespräch.