Ein Immobilienportal ist eine Online-Plattform, auf der Makler und Eigentümer Objekte inserieren und Kauf- oder Mietinteressenten suchen. Im Vergleich der Immobilienportale zählen für Makler drei Fragen: Wo suchen die Käufer deiner Region, was kostet dich eine Vermarktung, und bringt dir das Portal auch Eigentümer? Die Kurzfassung für 2026: ImmoScout24 hält laut IW Köln (2025) rund 44 Prozent Marktanteil und ist für die meisten Büros gesetzt. Immowelt ist seit der Einstellung von Immonet das einzige zweite große Vollportal. Kleinanzeigen ist der günstige Zusatzkanal mit Immobilien-Partnerschaften ab rund 150 Euro netto im Monat.
Feste Preislisten für Makler veröffentlichen die beiden großen Portale nicht. Umso wichtiger ist deine eigene Rechnung, und die zeigt meistens: Der Paketpreis ist selten das Problem. Teuer wird ein Portal, wenn du nicht weißt, welche Anfragen es dir bringt.
Welche Immobilienportale sind für Makler 2026 relevant?
Der Markt hat sich 2026 weiter verdichtet. Anfang Februar 2026 hat Immowelt angekündigt, die Schwestermarke Immonet einzustellen und sich ganz auf immowelt.de zu konzentrieren (laut Immowelt-Pressemitteilung, Februar 2026). Kleinanzeigen hat sein Angebot für gewerbliche Nutzer umgebaut: Seit dem 4. Mai 2026 laufen Immobilienanzeigen von Profis nicht mehr über die allgemeinen PRO-Pakete, sondern ausschließlich über eigene Immobilien-Partnerschaften (laut Kleinanzeigen, Stand Mai 2026).
| Portal | Rolle 2026 | Preismodell für Makler | Stärke |
|---|---|---|---|
| ImmoScout24 | Marktführer, rund 44 % Marktanteil (IW Köln, 2025) | individuelles Paket, keine öffentliche Preisliste | größte Käuferreichweite, Leads für die Eigentümerseite |
| Immowelt | Nummer zwei, seit 2026 inklusive Immonet | Partnerschaft auf Anfrage, keine öffentliche Preisliste | zweite große Reichweite |
| Kleinanzeigen | Marktplatz mit eigener Immobilienrubrik | Partnerschaft ab rund 150 € netto im Monat | niedriger Einstieg, monatlich kündbar |
Daneben gibt es regionale und spezialisierte Portale, etwa für Gewerbe, Neubau oder Ferienimmobilien. Für das klassische Wohnimmobilien-Geschäft eines Maklerbüros bündeln aber diese drei den Großteil der Reichweite.
Was kostet ein Immobilienportal Makler wirklich?
Bei ImmoScout24 werden die monatlichen Kosten für gewerbliche Inserate je nach Bedarf individuell mit dem Vertrieb vereinbart; eine allgemeine Preisliste für Makler in Deutschland veröffentlicht das Portal nicht (laut ImmoScout24, Seite zur Basis-Vermarktung, Stand Oktober 2026). Einen Anhaltspunkt liefert der Konzern selbst: Scout24 weist für 2024 einen durchschnittlichen Umsatz von 1.001 Euro pro Monat je Profikunde aus. Das ist ein Durchschnitt über alle Profikunden einschließlich Zusatzprodukten und kein Einstiegspreis, zeigt aber die Größenordnung.
Immowelt arbeitet ebenfalls mit Partnerschaften auf Anfrage. Vergleichsseiten nennen als Größenordnung Einstiegspakete ab etwa 129 Euro im Monat für zwei gleichzeitig inserierte Objekte bei zwölf Monaten Mindestlaufzeit (Drittquelle, Stand 2026). Ein verbindliches Angebot bekommst du nur direkt beim Portal.
Am transparentesten ist Kleinanzeigen: Die Partnerschaften für Immobilienprofis liegen laut Anbieter zwischen rund 150 und 340 Euro netto im Monat, je nach Paket und Zahl der Anzeigen, und sind monatlich kündbar (Stand Februar 2026).
Dazu kommen Produkte für die Eigentümerseite. Leads von ImmoScout24 kosten Makler meist ab 250 Euro pro Kontakt. Ob sich das rechnet, entscheidet nicht der Einkaufspreis, sondern dein Preis pro Auftrag (CPA). Wie du das durchrechnest, steht im Beitrag Immobilien-Leads kaufen: wann es sich rechnet.
Wie rechnest du ein Portal auf die einzelne Vermarktung herunter?
Die Kennzahl, die du brauchst, sind die Portalkosten pro Vermarktung: alle Portalkosten eines Jahres geteilt durch die Zahl der Objekte, die du in diesem Jahr verkauft hast. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten, kein Listenpreis: Dein Paket kostet 900 Euro im Monat, und du verkaufst 20 Objekte im Jahr. Das sind 10.800 Euro im Jahr oder 540 Euro pro Vermarktung. Bei einem Objektwert von 400.000 Euro und 3 Prozent Innenprovision stehen dem 12.000 Euro Courtage gegenüber. Das Portal kostet dich also 4,5 Prozent der Provision.
Ergänzt du Kleinanzeigen für rund 150 Euro im Monat, kommen 1.800 Euro im Jahr dazu, bei 20 Verkäufen also 90 Euro pro Vermarktung. Ob das gut angelegt ist, zeigt nur eine Zahl: wie viele zusätzliche, ernsthafte Anfragen und Besichtigungen das zweite Portal tatsächlich bringt. Fragen dort dieselben Interessenten an, die dich auch auf ImmoScout24 gefunden hätten, zahlst du doppelt für denselben Käufer.
Rechne außerdem mit Leerlauf. Ein Kontingent für 15 gleichzeitige Objekte kostet auch dann den vollen Preis, wenn gerade nur acht online sind. Schwankt dein Bestand stark, passt ein kleineres Kontingent mit kurzer Laufzeit meist besser als ein großes Paket auf Vorrat.
Bringen Immobilienportale dir auch Eigentümer?
Direkt vor allem Käufer. Laut Bitkom (2025) nutzen 81 Prozent der Immobiliensuchenden die großen Portale, und genau diese Käuferseite brauchst du für jede Vermarktung. Eigentümer, die einen Makler suchen, erreichst du dort auf zwei Wegen: über bezahlte Lead-Produkte und über dein Schaufenster. Viele Eigentümer schauen sich vor der Maklerwahl an, wer in ihrer Gegend welche Objekte anbietet und wie die Inserate aussehen. Gute Fotos, vollständige Angaben und ein klares Profil arbeiten dort für deine Akquise mit.
Verlass dich bei Eigentümern trotzdem nicht allein auf Portale. Jeder Lead, den du dort kaufst, baut nichts Eigenes auf, und Preis wie Volumen bestimmt der Anbieter. Welche Kanäle dir Eigentümer mit Verkaufsabsicht liefern, die dir selbst gehören, steht im Beitrag Verkäuferleads generieren.
Welche Portalkombination passt zu deinem Büro?
Die folgende Übersicht ist eine Orientierung, keine feste Regel. Entscheidend bleibt, was deine eigenen Zahlen zeigen.
| Ausgangslage | Sinnvolle Kombination | Warum |
|---|---|---|
| Einzelmakler, wenige Objekte gleichzeitig | ImmoScout24 mit kleinem Kontingent | dort ist die größte Käuferreichweite |
| Wachsendes Büro, viele Objekte gleichzeitig | ImmoScout24 plus Immowelt | Zweitportal, wenn es messbar zusätzliche Anfragen bringt |
| Knappes Budget oder Testphase | Kleinanzeigen-Partnerschaft ergänzend | niedriger Einstieg, monatlich kündbar |
| Ziel: unabhängiger von Portalen | Portale für Käufer, Eigentümer über eigene Kanäle | Preis und Volumen bestimmst du selbst |
Worauf achtest du im Portalvertrag?
Bevor du unterschreibst oder verlängerst, kläre fünf Punkte:
- Kontingent: Wie viele Objekte dürfen gleichzeitig online sein, und was kostet jedes weitere?
- Laufzeit und Kündigung: Mindestlaufzeit, automatische Verlängerung und Kündigungsfrist.
- Preisanpassungen: Darf der Anbieter den Preis während der Laufzeit erhöhen?
- Schnittstelle: Überträgt deine Maklersoftware die Objekte automatisch? Wie die großen Systeme das lösen, steht im Maklersoftware-Vergleich.
- Zusatzprodukte: Hervorhebungen, Top-Platzierungen, Leads: Was ist im Paket enthalten, was kostet extra?
Vertragsklauseln wie Laufzeit und Verlängerung lässt du im Zweifel von einer fachkundigen Person prüfen.
Wie misst du, welches Portal sich für dich rechnet?
Ohne Messung entscheidest du nach Gefühl. Mit diesen fünf Schritten weißt du nach einem halben Jahr, was jedes Portal bringt:
- Quelle erfassen: Jede Anfrage bekommt im CRM ihre Quelle, also ImmoScout24, Immowelt, Kleinanzeigen, Website oder Empfehlung.
- Monatlich auswerten: Anfragen, Besichtigungen und Reservierungen pro Portal.
- Kosten zuordnen: Portalkosten pro Vermarktung und bei Lead-Produkten den Preis pro Auftrag (CPA).
- Nach sechs Monaten entscheiden: Was messbar nichts bringt, kündigst du zum nächsten Termin.
- Mit Zahlen verhandeln: Vor jeder Verlängerung kennst du deine Anfragen pro Inserat und kannst Kontingent und Preis begründet nachverhandeln.
Wann lohnt sich ein zusätzliches Portal nicht?
Wenn du nicht messen kannst, woher deine Anfragen kommen, zahlst du für ein Gefühl. Wenn deine Objekte ohnehin innerhalb weniger Tage über deine Interessentenkartei vermittelt werden, bringt mehr Reichweite kaum etwas. Und wenn dein Team schon die heutigen Anfragen nicht zeitnah beantwortet, verschlechtert ein zweites Portal nur die Antwortzeit. In diesen Fällen steckst du das Geld besser in den Prozess hinter der Anfrage. Den Überblick über alle Wege zu Käufern und Eigentümern findest du auf der Seite Leadgenerierung für Immobilienmakler.
Wie triffst du jetzt deine Portalentscheidung?
Nimm die Zahlen deiner letzten zwölf Monate: Portalkosten, Verkäufe und Anfragen pro Quelle. Fehlen dir diese Zahlen, ist genau das der erste Schritt, noch vor jeder Vertragsfrage. Wenn du deine Portal- und Lead-Kosten einmal gemeinsam durchrechnen willst, um zu sehen, wo Geld versickert, ist das ein guter Anlass für ein Erstgespräch.