Leadgenerierung

Tippgeber für Immobilienmakler: Empfehlungen planbar machen

Tippgeber für Immobilienmakler: wer infrage kommt, wie du ein Tippgeber-System aufbaust, was ein Tipp kosten darf und was du rechtlich vorher klären solltest.

Titelgrafik: Tippgeber für Immobilienmakler – Empfehlungen als planbares System

Tippgeber für Immobilienmakler sind Menschen, die früher als du erfahren, dass ein Eigentümer verkaufen will, und dir diesen Kontakt gegen eine vereinbarte Prämie weitergeben. Ein Tippgeber ist kein Empfehlungsgeber nach dem Zufallsprinzip, sondern Teil eines Systems: Er weiß, worauf er achten soll, wie er dir einen Tipp meldet und was er bei Erfolg bekommt. Genau das macht Empfehlungen planbarer, die sonst nur nach guter Arbeit von allein kommen. Der Hebel ist groß, weil ein Tipp aus dem Umfeld mit Vertrauen startet. Im Vergleich: Ein Lead über Meta Ads kostet Immobilienmaklern in unserer Praxis 35 bis 120 Euro, und bis zum Alleinauftrag brauchst du mehrere davon. Eine Tippgeberprämie zahlst du dagegen nur, wenn ein Geschäft zustande kommt.

Was unterscheidet einen Tippgeber von einer normalen Empfehlung?

Die Absicht und die Vereinbarung. Eine Empfehlung passiert, wenn ein zufriedener Kunde zufällig von einem Verkaufswunsch hört und an dich denkt. Ein Tippgeber achtet bewusst darauf, weil ihr das vorher besprochen habt. Wie wichtig Empfehlungen grundsätzlich sind, zeigt der Beitrag zum Verkäuferleads generieren: Sie liefern die besten Leads, lassen sich aber nicht per Knopfdruck vervielfachen.

Ein Tippgeber-System ändert daran nicht alles, aber zwei Dinge: Du sprichst gezielt Menschen an, die oft früh von Verkäufen erfahren, und du gibst ihnen einen einfachen Weg, dich zu informieren. So wird aus Glück eine Quelle, die du im CRM messen kannst.

Wer kommt als Tippgeber für Immobilienmakler infrage?

Menschen, die beruflich oder privat nah an Eigentümern sind und Veränderungen früh mitbekommen. Wähle wenige, die wirklich passen, statt eine lange Liste, die du nicht pflegen kannst.

GruppeWarum sie früh davon hörenWie du sie ansprichst
Frühere Verkäufer und Käuferkennen dich und deine Arbeitnach dem Abschluss persönlich
Nachbarn im Kerngebieterleben Auszüge und Erbfällebei Besichtigungen, im Viertel
Handwerker, Energieberatersehen Sanierungsfragen zuerstpersönliches Gespräch, Netzwerk
Umzugs- und Räumungsfirmenerfahren von Umzügenkurze Vorstellung, Visitenkarte

Manche Berufsgruppen haben eigene Regeln dafür, ob und wie sie Provisionen annehmen dürfen. Frag im Zweifel nach, bevor du jemanden einbindest, und sprich nie Menschen an, deren berufliche Rolle eine Verschwiegenheitspflicht gegenüber dem Eigentümer mit sich bringt.

Wie baust du ein Tippgeber-System auf?

In sechs Schritten, die auch mit einer Handvoll Tippgebern funktionieren:

  1. Kreis festlegen: fünf bis zehn Menschen aus der Tabelle oben, die du persönlich ansprichst.
  2. Vereinbarung festhalten: Was gilt als Tipp, wie hoch ist die Prämie, worauf bezieht sie sich, wann wird gezahlt. Manche Makler arbeiten auf Vertrauensbasis, eine kurze schriftliche Vereinbarung vermeidet aber später Streit.
  3. Meldeweg vereinfachen: eine Telefonnummer, ein kurzes Formular oder eine Nachricht mit Name, Ort und Einverständnis des Eigentümers.
  4. Im CRM erfassen: jeder Tipp mit Quelle und Tippgeber, damit du später siehst, wer liefert.
  5. Binnen eines Tages zurückmelden: Danke sagen und den nächsten Schritt nennen, auch wenn der Tipp nicht passt.
  6. Pünktlich zahlen: wie vereinbart, ohne Nachfragen nötig zu machen.

Wichtig ist Schritt 3: Der Tippgeber fragt den Eigentümer vorher, ob du dich melden darfst. Das schützt dich datenschutzrechtlich und sorgt dafür, dass dein erster Anruf erwartet wird. Ab dem ersten Gespräch läuft der Tipp wie jede andere Eigentümeranfrage durch deinen Akquise-Prozess bis zum Alleinauftrag.

Was zahlt man einem Tippgeber?

Eine feste Höhe gibt es nicht. In der Praxis zahlen Makler meist 5 bis 20 Prozent ihrer Netto-Provision, manche auch einen Festbetrag pro Empfehlung. Der zweite Unterschied ist der Zeitpunkt: Einige zahlen schon, wenn der Eigentümer den Alleinauftrag unterschreibt, dann fällt die Prämie meist niedriger aus. Die Regel ist aber die Zahlung nach dem Verkauf. Weil Vermarktungen heute oft länger dauern und nicht jeder Auftrag zum Verkauf führt, will kaum ein Makler das Risiko einer Vorleistung tragen. Angenommen, ein Verkauf bringt deinem Büro 12.000 Euro Netto-Provision und du vereinbarst 10 Prozent: Dann erhält der Tippgeber 1.200 Euro, und zwar nur, wenn der Verkauf tatsächlich zustande kommt.

Rechne die Prämie wie jede andere Leadquelle über den Preis pro Auftrag (CPA). Bei bezahlter Werbung fallen die Kosten für jeden Lead an, auch für die, die nie zu einem Auftrag werden. Bei Tippgebern fällt die Prämie erst am Ende an. Wie du verschiedene Quellen über Cost-per-Lead und Preis pro Auftrag vergleichst, zeigt der Beitrag zu den Kosten der Leadgenerierung. Die Zahlen zu Meta Ads findest du im Artikel Meta Ads für Immobilienmakler.

Regle in der Vereinbarung eindeutig, worauf sich der Prozentsatz bezieht: Netto- oder Bruttoprovision, nur deine Seite oder beide Seiten. Unklare Formulierungen wie „zehn Prozent der Provision“ sind der häufigste Anlass für Streit.

Wie ein modernes Tippgeber-Programm aussehen kann, zeigt das Tippgeberprogramm von HAUS & Objekt, einem Maklerbüro, das ich begleite: Neben der Prämie gibt es dort für mehrere Empfehlungen zusätzliche Goodies, bis hin zu einem BMW Drift Training. Solche Extras machen das Programm im Gespräch greifbar und geben Tippgebern einen Grund, öfter als einmal an dich zu denken.

Warum schlafen die meisten Tippgeber-Programme ein?

Weil Tippgeber nach ihrem ersten Hinweis nichts mehr hören. Das Muster, das ich in Maklerbüros oft sehe: Der Tipp kommt, der Makler ruft den Eigentümer an, und der Tippgeber erfährt nie, was daraus wurde. Beim zweiten Mal überlegt er, ob es sich lohnt, beim dritten Mal meldet er sich nicht mehr.

Halte deine Tippgeber deshalb auf dem Laufenden, auch wenn ein Tipp nicht zu einem Auftrag führt. Ein kurzer Satz reicht: „Danke, ich habe mit Frau X gesprochen, sie entscheidet im Frühjahr.“ Melde dich zusätzlich zwei- bis dreimal im Jahr ohne Anlass, etwa mit deinem lokalen Marktbericht. Und zahle pünktlich, denn nichts spricht sich in einem kleinen Netzwerk schneller herum als ein Makler, der seine Zusagen vergisst.

Woran erkennst du, ob dein Tippgeber-System funktioniert?

An vier Zahlen, die du im CRM ohnehin hast, wenn jeder Tipp mit Quelle erfasst ist:

KennzahlWas sie zeigtWie oft prüfen
Tipps pro Quartalob dein Kreis aktiv istvierteljährlich
Anteil Tipps mit Terminob die Tipps passenvierteljährlich
Alleinaufträge aus Tippsob sich das System trägthalbjährlich
Prämien je Auftragdein Preis pro Auftrag (CPA)halbjährlich

Bleiben die Tipps aus, liegt es fast nie an der Prämie, sondern am fehlenden Kontakt: Melde dich bei den Tippgebern, statt die Prämie zu erhöhen. Führen viele Tipps zu keinem Termin, war deine Erklärung zu ungenau, was ein guter Tipp ist. Dann hilft ein kurzes Gespräch: Gesucht sind Eigentümer mit konkretem Anlass, etwa Erbe, Umzug, Trennung oder Ruhestand, keine allgemeine Neugier auf den Marktwert. Und vergleiche den Preis pro Auftrag aus Tipps mit deinen bezahlten Kanälen. Erst dieser Vergleich zeigt, wie viel Pflege dein Tippgeber-Kreis wert ist.

Was musst du rechtlich und steuerlich klären?

Ein Tippgeber-System berührt Gewerbe-, Datenschutz- und Steuerrecht. Ich kann das hier nur allgemein einordnen:

  • Gewerbeerlaubnis: Ein reiner Tippgeber, der nur den Kontakt herstellt, braucht laut den Industrie- und Handelskammern in der Regel keine Erlaubnis nach § 34c GewO. Die Grenze zum Nachweismakler hängt aber an Details, auch daran, wie die Vergütung ausgestaltet ist.
  • Datenschutz: Kontaktdaten gibt der Tippgeber nur mit Einverständnis des Eigentümers weiter.
  • Steuern beim Tippgeber: Für private Tippgeber gilt nach § 22 Nr. 3 EStG eine Freigrenze von 256 Euro im Jahr; wird sie erreicht, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig.
  • Steuern bei dir: Die Prämie ist für dein Büro eine Betriebsausgabe, die du sauber belegen solltest.

Lass deine Tippgeber-Vereinbarung einmal von deiner IHK oder einem Anwalt prüfen, bevor du sie einsetzt, und weise Tippgeber auf ihre eigene steuerliche Pflicht hin.

Wann lohnt sich ein Tippgeber-System nicht?

Wenn du Tipps nicht schnell bearbeiten kannst. Ein Tipp, der drei Tage liegen bleibt, verbrennt das Vertrauen des Tippgebers und oft auch den Eigentümer. Ebenso wenig lohnt es sich, wenn dein Netzwerk im Kerngebiet noch dünn ist: Dann bringen dir Sichtbarkeit und eine funktionierende Online-Bewertung zuerst mehr. Und wer Tippgeber nur als Notlösung sieht, weil andere Kanäle fehlen, baut auf Sand. Tippgeber ergänzen deine Leadgenerierung, sie ersetzen sie nicht.

Wie Tippgeber neben Werbung, Website und Bewertung in deine gesamte Kundengewinnung passen, zeigt der Überblick zur Leadgenerierung für Immobilienmakler. Und wenn du dein Tippgeber-System strukturiert aufsetzen willst, sprechen wir gern im Erstgespräch darüber.

Häufige Fragen

Was ist ein Tippgeber im Immobilienbereich?

Ein Tippgeber nennt dir den Kontakt zu einem Eigentümer, der verkaufen möchte, und stellt die Verbindung her. Er berät nicht, verhandelt nicht und vermittelt nicht selbst. Dafür erhält er eine vorher vereinbarte Prämie.

Wie viel Tippgeberprovision ist üblich?

Gesetzlich ist nichts festgelegt. In der Praxis sind 5 bis 20 Prozent der Netto-Maklerprovision üblich, manche Makler zahlen auch einen Festbetrag pro Empfehlung. Meist wird erst nach dem Verkauf gezahlt; wer schon bei Unterschrift des Alleinauftrags zahlt, zahlt dafür in der Regel weniger.

Braucht ein Tippgeber eine Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO?

Ein reiner Tippgeber, der nur den Kontakt herstellt, braucht laut den Industrie- und Handelskammern in der Regel keine. Die Grenze zum Nachweismakler hängt aber an Details, auch an der Ausgestaltung der Vergütung. Lass deine Vereinbarung deshalb von deiner IHK oder einem Anwalt prüfen.

Muss ein Tippgeber seine Provision versteuern?

Für private Tippgeber gilt nach § 22 Nr. 3 EStG eine Freigrenze von 256 Euro im Jahr. Wird sie erreicht, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Wer regelmäßig Tipps gibt, kann gewerblich tätig sein. Das klärt der Tippgeber mit seinem Steuerberater.

Wie halte ich Tippgeber langfristig aktiv?

Mit schneller Rückmeldung auf jeden Tipp, einem offenen Stand, pünktlicher Zahlung und regelmäßigem Kontakt auch ohne Anlass. Die meisten Programme schlafen ein, weil Tippgeber nach ihrem ersten Hinweis nie wieder etwas hören.

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