Online-Marketing für Makler

360-Grad-Rundgang für Makler: Kosten und Nutzen

360-Grad-Rundgang für Immobilienmakler: was Dienstleister und eigene Kamera kosten, wann sich der Rundgang rechnet und worauf du vorher achten solltest.

Titelgrafik: 360-Grad-Rundgang für Makler – was er kostet und wann er sich rechnet

Ein 360-Grad-Rundgang für Immobilienmakler ist eine interaktive Aufnahme, mit der Interessenten eine Immobilie am Bildschirm Raum für Raum begehen können, bevor sie zur Besichtigung kommen. Je nach Technik besteht er aus verknüpften Panoramafotos oder aus einem 3D-Modell mit Grundriss. Die eigentliche Frage für dich als Makler ist nicht, ob die Technik beeindruckt, sondern ob sie sich rechnet. Dieser Beitrag zeigt dir, welche Varianten es gibt, was sie laut Anbietern kosten, wann ein Rundgang dir Zeit und Aufträge bringt und woran du vor dem Kauf denken solltest.

Was bringt ein 360-Grad-Rundgang im Maklergeschäft?

Vor allem zwei Dinge: weniger unpassende Besichtigungen und ein Argument im Eigentümergespräch.

Der erste Nutzen ist ein Filter. Wer den Rundgang gesehen hat, kennt Grundriss, Zustand und Lichtverhältnisse. Interessenten, denen das Bad zu klein oder der Schnitt zu verwinkelt ist, sagen vorher ab, statt dich eine Stunde vor Ort zu binden. Die Besichtigungen, die übrig bleiben, sind konkreter. Wie du Besichtigungen insgesamt effizient organisierst, zeigt der Beitrag Besichtigungen organisieren.

Der zweite Nutzen liegt in der Akquise. Wenn du einem Eigentümer zeigst, wie du sein Objekt präsentierst, ist ein professioneller Rundgang ein sichtbarer Unterschied zu Maklern, die nur Fotos einstellen. Aus meiner Erfahrung fragen Eigentümer im Gespräch weniger nach der Technik als danach, wie viele Besichtigungstermine sie in ihrem Haus erdulden müssen. Ein Rundgang beantwortet genau diese Sorge.

Was er nicht leistet: Er ersetzt die Besichtigung nicht. Kaum jemand kauft ein Haus, ohne es betreten zu haben.

Welche Varianten von 360-Grad-Rundgängen gibt es?

Im Kern drei, die sich in Aufwand, Qualität und Kosten unterscheiden.

Die einfache 360-Grad-Tour besteht aus Panoramafotos, die per Klick miteinander verbunden sind. Sie ist schnell erstellt und für Wohnungen und kleinere Häuser oft ausreichend.

Die 3D-Tour mit Grundriss wird mit einer speziellen Kamera aufgenommen, die den Raum vermisst. Interessenten können zusätzlich eine Puppenhaus-Ansicht und einen Grundriss aufrufen. Das bekannteste System dafür ist Matterport.

Die Plattformlösung für Makler bündelt Aufnahme-App, Hosting und oft weitere Funktionen wie Grundrisse oder virtuelles Einrichten in einem Abo. Sie richtet sich an Büros, die regelmäßig Rundgänge selbst erstellen wollen.

Was kostet ein 360-Grad-Rundgang für Immobilienmakler?

Feste Marktpreise gibt es nicht, die folgenden Werte stammen überwiegend von Dienstleistern und Ratgeberseiten (Stand 2026) und dienen zur Orientierung. Hol dir für dein Gebiet immer zwei bis drei Angebote.

VarianteKosten laut Anbietern (Stand 2026)Geeignet für
Dienstleister, einfache 360-Grad-Tourab rund 100 bis 180 Euro pro ObjektWohnungen, kleinere Häuser
Dienstleister, 3D-Tour mit Grundrissrund 500 bis 700 Euro, große Häuser bis rund 1.200 Eurohochwertige Objekte, Häuser
Eigene Kamera plus Software-AboKamera einmalig, Software als Abo, z. B. Matterport Professional laut Ratgeber 90 US-Dollar im Monat für 10 aktive Rundgänge (US-Preis, jährliche Zahlung)Büros mit vielen Objekten

Achte bei allen Varianten auf die Hosting-Kosten. Der Rundgang liegt in der Regel nicht auf deiner Website, sondern beim Anbieter in der Cloud. Dienstleister nennen dafür einige Euro pro Rundgang und Monat, genannt werden etwa 6 bis 10 Euro. Bei Abo-Plattformen hängt der Preis meist davon ab, wie viele Rundgänge gleichzeitig online sind.

Komplettplattformen für Makler werden laut Vergleichsportalen ab rund 67 Euro im Monat angeboten. Prüfe dort besonders die Vertragslaufzeit, denn längere Laufzeiten sind in diesem Markt keine Seltenheit.

Wann rechnet sich ein 360-Grad-Rundgang?

Wenn er dir mehr Zeit spart oder mehr Aufträge bringt, als er kostet. Eine einfache Rechnung mit Annahmen zeigt, wie du das prüfst.

Angenommen, ein Rundgang vom Dienstleister kostet dich 400 Euro pro Objekt. Er sortiert vier Interessenten aus, die sonst zur Besichtigung gekommen wären und abgesagt hätten. Jede dieser Besichtigungen kostet dich mit Anfahrt, Termin und Nachbereitung angenommen 1,5 Stunden, zusammen also 6 Stunden. Setzt du deine Stunde mit 70 Euro an, sind das 420 Euro gesparte Zeit. Der Rundgang hat sich in diesem Beispiel bereits über die Zeitersparnis bezahlt gemacht. Setz deine eigenen Werte ein: Bei begehrten Objekten mit vielen Anfragen ist der Effekt größer, bei Objekten mit wenigen Interessenten kleiner.

Der zweite Hebel ist schwerer zu messen, aber oft größer: der gewonnene Auftrag. Bei einer angenommenen Netto-Provision von 12.000 Euro pro Verkauf reicht ein zusätzlicher Alleinauftrag im Jahr, um die Rundgänge für viele Objekte zu bezahlen. Ob der Rundgang dafür den Ausschlag gibt, siehst du nur, wenn du nachhältst, in wie vielen Eigentümergesprächen du ihn gezeigt hast und wie oft du den Auftrag bekommen hast.

Solltest du Rundgänge selbst erstellen oder einen Dienstleister beauftragen?

Das hängt vor allem von deiner Objektzahl und deiner Zeit ab.

Ein Dienstleister lohnt sich, wenn du wenige Objekte im Jahr vermarktest, vor allem hochwertige, oder wenn dir die Zeit für Aufnahme und Bearbeitung fehlt. Du zahlst pro Objekt, hast keine laufende Technik und bekommst ein professionelles Ergebnis.

Selbst erstellen lohnt sich, wenn du regelmäßig vermarktest und jemand im Team die Aufnahmen zuverlässig übernimmt. Die Kosten pro Objekt sinken, dafür brauchst du eine Kamera, ein Software-Abo und eine kurze Einarbeitung. Plane für die Aufnahme eines Hauses realistisch einen eigenen Termin ein und halte das Vorgehen als Checkliste fest, damit die Qualität nicht davon abhängt, wer gerade aufnimmt.

Ein vernünftiger Weg ist, mit einem Dienstleister zu starten, die Wirkung über einige Objekte zu messen und erst dann über eigene Technik zu entscheiden.

Wie setzt du den Rundgang in der Vermarktung richtig ein?

Ein Rundgang, der nur irgendwo im Exposé verlinkt ist, bringt wenig. Seine Wirkung entsteht dort, wo er Entscheidungen beeinflusst.

Am wichtigsten ist der Moment vor der Besichtigung. Schick Interessenten den Link, bevor du einen Termin bestätigst, und bitte sie, den Rundgang vorher anzusehen. Wer danach noch kommen will, hat das Objekt schon gedanklich begangen und kommt mit konkreteren Fragen. Wer abspringt, hätte bei der Besichtigung ohnehin abgesagt.

Der zweite Einsatzort ist das Inserat. Prüfe bei deinen Portalen, ob und wie sich ein Rundgang einbinden lässt, und erwähne ihn in der Überschrift oder im ersten Satz, damit Suchende ihn bemerken.

Der dritte Ort ist die Akquise. Zeig Eigentümern im Erstgespräch einen Rundgang aus einem früheren Objekt auf dem Tablet. Das macht greifbar, wie du vermarktest, und beantwortet die Frage nach weniger Besichtigungsverkehr im eigenen Haus, bevor sie gestellt wird.

Worauf solltest du vor dem Einsatz achten?

Auf vier Punkte, die in der Praxis oft übersehen werden:

  1. Vorbereitung des Objekts: Ein Rundgang zeigt jeden Winkel. Räum mit dem Eigentümer vorher auf und entferne persönliche Fotos, Dokumente und Wertgegenstände aus dem Bild.
  2. Einverständnis bei bewohnten Objekten: Kläre mit Eigentümer und gegebenenfalls Mieter, was zu sehen sein darf. Bei personenbezogenen Daten gelten Datenschutzpflichten; lass dir dein Vorgehen im Zweifel fachkundig bestätigen.
  3. Nutzungsrechte und Laufzeit: Kläre mit dem Dienstleister, wie lange der Rundgang online bleibt, was das Hosting danach kostet und ob du ihn auf Website, Portalen und Social Media nutzen darfst.
  4. Einbindung: Prüfe vorher, wie sich der Rundgang in deine Makler-Website, dein Exposé und deine Portal-Inserate einbinden lässt, und teste ihn auf dem Smartphone.

Womit fängst du konkret an?

Mit einem Testlauf an zwei, drei passenden Objekten. Wähle Immobilien mit vielen erwarteten Anfragen, beauftrage einen Dienstleister und halte nach, wie viele Besichtigungen stattfinden, wie viele Interessenten vorher absagen und wie Eigentümer im Akquisegespräch auf den Rundgang reagieren. Nach drei Monaten weißt du, ob sich der Einsatz für dein Büro rechnet und ob eigene Technik sinnvoll ist. Weitere Bausteine für deine Vermarktung findest du im Überblick Online-Marketing für Immobilienmakler.

Wenn du deinen Vermarktungsauftritt einmal mit Blick von außen durchgehen willst, sprechen wir gern im Erstgespräch darüber.

Häufige Fragen

Was kostet ein 360-Grad-Rundgang für Makler?

Bei einem Dienstleister nennen Anbieter (Stand 2026) für einfache 360-Grad-Rundgänge Preise ab rund 100 bis 180 Euro, für 3D-Touren mit Grundriss etwa 500 bis 700 Euro und für große Einfamilienhäuser bis rund 1.200 Euro. Dazu kommen oft Hosting-Kosten von einigen Euro pro Monat.

Lohnt sich eine eigene 360-Grad-Kamera?

Ab einer gewissen Zahl an Objekten im Jahr meist ja, weil die Kosten pro Objekt sinken. Rechne aber den eigenen Zeitaufwand für Aufnahme und Bearbeitung mit ein und prüfe die laufenden Software-Kosten.

Ersetzt ein virtueller Rundgang die Besichtigung?

Nein. Kaum jemand kauft eine Immobilie, ohne sie gesehen zu haben. Der Rundgang sortiert aber Interessenten aus, denen Grundriss oder Zustand nicht passen, und macht die echten Besichtigungen gezielter.

Was muss ich bei bewohnten Immobilien beachten?

Kläre vorher mit Eigentümer oder Mieter, was zu sehen sein darf, und räume persönliche Gegenstände, Fotos und Dokumente weg. Bei personenbezogenen Daten gelten Datenschutzpflichten; lass dir das Vorgehen im Zweifel fachkundig bestätigen.

Wem gehört der Rundgang, wenn ein Dienstleister ihn erstellt?

Das regelt dein Vertrag mit dem Dienstleister. Kläre vorher, wie lange der Rundgang online bleibt, was das Hosting danach kostet und ob du ihn auch für Website, Portale und Social Media nutzen darfst.

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